Herr Zschoche bedankt sich für die Einladung und stellt sich und sein landwirtschaftliches Unternehmen vor. Das landwirtschaftliche Unternehmen befasst sich mit Gemüse-, Beeren- und Obstanbau. Die Spezialisierung liegt auf kleine regionale Spezialitäten in der Direktvermarktung. Die Jugend- und Erwachsenenbildung bildet ebenfalls einen zentralen Punkt im landwirtschaftlichen Unternehmen.

Die Landwirtschaft ist mit dem Landkreis so verwurzelt, wie der Bauer mit seinen Flächen verwurzelt ist. Wie es grüne Inseln im Landkreis, wie z. B. die Goitzsche, den Schlosspark Köthen gibt, so gibt auf der anderen Seite auch viele brachiale kahle Flecken. Natürlich erlauben diese Fläche auch eine hocheffiziente Landwirtschaft die technologisiert ist, die funktioniert. Aber man kann immer mehr sehen, dass die freien Flächen anfällig für Überhitzung sind und andere klimatische Probleme mit sich ziehen. Das heißt, dass die Landwirtschaft mehr Struktur braucht. Das ist der Schlüssel, um bessere Voraussetzungen zu bekommen, die Landwirtschaft auch zukünftig entsprechend wettbewerbsfähig zu halten. Im Sommer gibt es immer mehr Trockenheitsprobleme, das heißt, wenn Niederschläge kommen, dann immer mehr als größere Ereignisse, aber seltener. Der Boden als wichtigster Produktionsfaktor ist immer mehr gefordert. Die intensive Landwirtschaft spielt dagegen, sowohl die Gewichte der Maschinen die gebraucht werden, um die großen Flächen zu bewirtschaften, auf der anderen Seite die Einfachheit der Kulturen in der Vielfalt. Zum Erhalt der Fruchtbarkeit braucht es andere Systeme. Es braucht mehr Vielfalt. Das heißt, es fehlen Bäume. Es gibt viele andere Bereiche hier in Deutschland, wo es mehr Bäume, Flüsse und Gräben gibt, die eine gewisse Kühlung des gesamten Ökosystems leisten können. In diesen Kondensationsbereichen gibt es regelmäßig Niederschläge, weil der kleine lokale Wasserkreislauf solche Bedingungen braucht, um sich regional ansiedeln zu können. Ansonsten gibt es das Problem der offenen Flächen, man sieht es an den Windrädern und es gibt viel Wind. Der Boden verliert das Wasser, es verdunstet und geht in die anderen Bereiche, wo es diese Kondensationspunkte gibt. Das wertvolle Wasser geht somit verloren. Genauso kann man die regionale Vermarktungsstrukturen unterstützen, indem man auf eine gewisse Nachfrage sicherstellt seitens der öffentlichen Hand. Ein ganz wichtiger Punkt ist die Anlage von mehrjährigen Kulturen. 

Herr Hennicke erteilt Herrn Külz das Wort.

Herr Külz stimmt Herrn Zschoche zu, dass die Landwirtschaft Vielfalt braucht. Die Produkte müssen auch abgesetzt werden können. Es muss das produziert werden, was der Markt verlangt. Dadurch geht die Vielfalt verloren. Die Tierproduktion wird in Deutschland immer weniger.

Es muss auch so sein, dass die Tierproduktion am Leben erhalten wird. Es ist schwierig Personal zu finden. Der Staat ist auch in der Pflicht, die Landwirtschaft besser vor Billigimporte zu schützen Ein Beispiel ist der Getreideimport aus der Ukraine. Dadurch waren die Preise sehr zerrüttet.

Herr Zschoche fügt hinzu, dass es für die größeren Landwirtschaften deutlich schwieriger ist, sich auf neue Gegebenheiten einzustellen als kleinere Landwirtschaftsbetriebe. Es geht darum, ob das produziert wird was der Verbraucher schon kennt oder man geht andere Wege.

Herr Hennicke fragt was es 20 Jahren geben wird, was es jetzt noch nicht gibt.

Darauf antwortet Herr Külz, dass man zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen kann.

Herr Feuerborn merkt dazu an, dass es ein Strukturproblem in der Landschaft gibt.

Der kleine Wasserkreislauf funktioniert nicht, weil die Verdunstungsflächen fehlen. Es müssen vielfältige Fruchtformen angebaut werden.

  Herr Hennicke bedankt sich bei Herrn Külz und Herrn Zschoche für ihre Redebeiträge.